Prüfungsanfechtung, Härtefallantrag
 
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Welcher Rat ist der richtige? - Die Außenperspektive

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Schwesterherz
Verfasst am: 28.01.2010, 13:02    Antworten mit Zitat
Unaone Unaone
Anmeldedatum: 28.01.2010 Beiträge: 3
Hallo!

Ich selbst bin keine angehende Juristin und habe nur wenige Einblicke in das Studium der Rechtswissenschaften. Darum erhoffe ich mir hier einwenig Rat von Euch...

Mein Bruder ist 35 Jahre alt und ist durch das 1. Staatsexamen gerasselt. Er hat sehr, sehr, sehr lange studiert und zuvor bereits ein Studium abgebrochen. Natürlich ist nun die Frustration hoch und wir, d.h. seine Familie, wissen nicht so recht, was wir ihm raten sollen. Welche Perspektiven hat man als ggf. beim zweiten Versuch als 36/37jähriger Mensch mit 1. Staatsexamen in diesem Bereich?
Welche Alternativen gibt es? "Lohnt" sich in diesem Alter das 2. Staatsexamen überhaupt? Sollen wir ihn ermutigen, es erneut zu versuchen oder sollen wir in besträrken es (endlich!) aufzugeben?

Über Eure Meinung dankbar:
das Schwesterherz
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woodstock
Verfasst am: 28.01.2010, 14:55    Antworten mit Zitat
Pantafive Pantafive
Anmeldedatum: 19.07.2007 Beiträge: 108 Wohnort: Erlangen
Hallo Schwesterherz,

diese Endlosstudien sind erfahrungsgemäß unterdurchschnittlich von Erfolg gekrönt, insoweit liegt das auf der Linie der Erfahrungswerte.

Bei den Juristen ist, mal abgesehen vom Staatsdienst, was eine Thema des 2. StaEx ist, ein fortgeschrittenes Alter wenig hinderlich. Man kann Lebenserfahrung einbringen und kann in der freien Wirtschaft bei größeren Mittelständischen Unternehmen ordentlich bezahlte Stellen finden.

Insoweit, sofern möglich, das erste StaEx widerholen. Ein Jahr ist der übliche Zeitraum, aber bitte volle Pulle! Vernünftige Alternativen ohne 1. StaEx sind möglich aber schwierig und können nur individuell gefinden werden.

Die Frage des 2. StaEx kann man getrost aufschieben.

_________________
Dies ist ein ernstgemeinter Ratschlag von einem erfahrenen Praktiker.
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Schwesterherz
Verfasst am: 28.01.2010, 15:13    Antworten mit Zitat
Unaone Unaone
Anmeldedatum: 28.01.2010 Beiträge: 3
Lieber Woodstock,

herzlichen Dank für diese doch recht ermutigende Antwort!

Soweit es mir mein Bruder vermittelt hat, lässt sich das 1. Staatexamen bereits in diesem Jahr nachholen. Ich bin der Meinung, er sollte wenigsten auf einer halben Stelle in einem anderen Bereich Berufserfahrungen sammeln, sollte es beim zweiten Versuch auch nicht klappen. Er sagt jedoch, dass dies nicht möglich wäre und hat vor zum x-ten Mal den Repetitor (heißt das so bei Euch? - bei den Geisteswissenschaftlern gibt es so etwas nicht) besuchen. Diese "Nachhilfe" nimmt er jedoch seit ca. 3 Jahren in Anspruch und wir sehen, dass es wenig mit erfolgreich war!

Nun gut, noch einmal Danke für Deine Antwort!

Das Schwesterherz
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woodstock
Verfasst am: 28.01.2010, 16:30    Antworten mit Zitat
Pantafive Pantafive
Anmeldedatum: 19.07.2007 Beiträge: 108 Wohnort: Erlangen
Hallo nochmals,

diese halbe Stelle nebenher macht keinen Sinn. Eine Examensvorbereitung verlangt nach 100%. Insoweit ist der (übliche) Repetitior nicht Vortänzer sondern Taktgeber. Lernen muß man selbst. Viel. Und Klausuren Schreiben. Viele.

Ob und wie und überhaupt, das kann man dann überlegen, falls es wieder nicht geklappt hat. Nicht jetzt.

_________________
Dies ist ein ernstgemeinter Ratschlag von einem erfahrenen Praktiker.
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Schwesterherz
Verfasst am: 29.01.2010, 10:08    Antworten mit Zitat
Unaone Unaone
Anmeldedatum: 28.01.2010 Beiträge: 3
Hallo Woodstock,

okay, verstehe. Dann hört es sich so an, als hätten wir keine andere Möglichkeit, ihn wieder bei seinen Studienvorhaben zu unterstützen. Nun gut... ein letztes Jahr!

Vielen Dank für Deine Hilfe,

das Schwesterherz!
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dummes Äffchen
Verfasst am: 29.01.2010, 18:24    Antworten mit Zitat
Terrathree Terrathree
Anmeldedatum: 19.11.2008 Beiträge: 56 Wohnort: Baden-Württemberg
Hallo Schwesterherz!

Er braucht Eure volle Unterstützung und das in jedem Fall. Was er da hinter sich gebracht hat, ist zermürbend und der Anlauf auf den 2. Versuch ist Monsterstress.

Druck hat er mehr, als gut für so ein Vorhaben ist. Und ja, dazu noch eine halbe Stelle wäre glatter Wahnsinn.

Schade, dass man hier aus der Ferne leider nicht rauskriegen kann, woran es liegt, dass es nicht geklappt hat.

Es gibt soviele verschiedene Fehlerquellen; beim Lernen, beim Klausurenschreiben, bei der Auswahl der Materialien, bei der Vorbereitung insgesamt halt.

Wie lernt er? Das wäre eine wichtige Frage. Versucht er einfach das zu tun, was die Masse macht und es passt nicht zu ihm. Schreibt er keine Klausuren, weil er die Situation nicht aushält, vor dem leeren Blatt zu sitzen oder fehlt einfach das Wissen oder der Durchblick?

Versteht er denn die Rep-Unterlagen oder mag er sie sowieso nicht, weil sie ihm unverständlich sind. Ich meine, man kann ja auch wechseln bei Repetitoren oder auch beim Lernmaterial.

Lernt er zuviele Details, verzettelt er sich, macht er an allem ewig rum, statt auch einfach mal was wegzulassen, was eh nicht in die Birne will?

Das sind alles grundsätzliche Fragen, wo er sich mal Gedanken machen könnte, ob er was verbessern oder ändern könnte.

Vielleicht reicht aber auch sein Horizont nicht, vielleicht liegt ihm das Fach nicht?

Man kann es so als Außenstehender nicht beurteilen. Aber wie Du siehst, gibt's doch einige Themen, die relevant sein können für Erfolg oder Misserfolg.

Ich hoffe, es wird klappen!

GLG

dummes Äffchen

@ Woodstock:

Herzliches Hallo!

Ich bin sehr abgetaucht. Das Ref und der alltägliche Wahnsinnskram nehmen mich so in Beschlag, dass ich mich kaum noch im Forum reinklicke. Und bei allem anderen sieht's genauso aus. Aber ich melde mich bei Dir, sobald es mir gelungen ist, mich etwas freizuschaufeln.

Ich hoffe mal, dass dann noch - trotz meiner "Zurückgezogenheit" - eine Mail trotzdem willkommen ist?!

GLG

dummes Äffchen Wink
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Sebastian321
Verfasst am: 30.01.2010, 23:55    Antworten mit Zitat
Unaone Unaone
Anmeldedatum: 20.09.2007 Beiträge: 4 Wohnort: Lüdenscheid
Hallo Schwesterherz,

ich kann auch nur dazu raten, auf jeden Fall einen zweiten Versuch zu wagen. Denke auch, man würde es sich hinterher nie verzeihen, es nicht doch noch einmal versucht zu haben.

Gruß

Sebastian
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derjim
Verfasst am: 01.02.2010, 01:30    Antworten mit Zitat
Kartefour Kartefour
Anmeldedatum: 31.08.2006 Beiträge: 80 Wohnort: Bär-lin
Hallo "schwesterherz"


Ja das ist eine sehr harte Situation. Nichtjuristen können
sich keine Vorstellungen machen.


schau dir mal diese beiden adressen für deinen Bruder an:



Examensvorbereitung 13 Punkte ohne Rep:
http://examen-ohne-rep.piranho.de/


Angsthilfe Jura
http://www.jura-unterricht.de/a/


lg
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Tina
Verfasst am: 11.02.2010, 07:10    Antworten mit Zitat
Unaone Unaone
Anmeldedatum: 21.12.2007 Beiträge: 8
Hallo Schwesterherz!

Derjim hat vollkommen recht; Nichtjuristen können sich da gar keine Vorstellung machen, wie hart das ist. Ich finde es absolut klasse, dass Du Dich für ihn so informierst.

Schwesterherz, bitte mach das mal, das ist ganz wichtig:Frag Deinen Bruder und nagele ihn auf eine ehrliche Antwort fest: Will er überhaupt Jurist werden, oder nicht? Ist er mit dem Herzen dabei? Und wenn er "ja" sagt, dann finde heraus, ob er das nur macht, weil er euch nicht enttäuschen will. Ich kenne ihn nicht, aber egal in welchen Alter, kein Studium der Welt ist es wert, dass man dabei vor die Hunde geht und es gibt immer eine Lösung, glaub mir!

Lasst ihn bloß nicht hängen, er braucht jetzt unglaublich viel Unterstützung von euch, das ist jetzt eine Härteprobe für die ganze Familie und da ist es nicht mit Geld und ein paar Worten getan...

Liebe Grüße, auch an Deinen Bruder, lass mal von Dir hören,
Tina
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derjim
Verfasst am: 12.02.2010, 06:04    Antworten mit Zitat
Kartefour Kartefour
Anmeldedatum: 31.08.2006 Beiträge: 80 Wohnort: Bär-lin
Frag ihn lieber nicht. Das würde ihm nur zusätzlich Druck machen. Er kann jetzt so kurz vor Schluss ohnehin nicht mehr zurück.

Gebt ihm lieber das Gefühl das ihr hinter ihm steht egal was passiert und das ihr schon einen Ausweg findet falls es doch nicht klappt. Druck vom Kessel nehmen, keine Kohlen nachschaufeln.

lg
derjim
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