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| Staatsexamen Jura Foren-Übersicht » Durchgefallen? Was nun? » Mein Fazit 22 Jahre nach dem Durchfallen |
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| Klumpenklopper |
Verfasst am: 13.04.2011, 20:25 |
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Unaone

Anmeldedatum: 13.04.2011
Beiträge: 2
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Liebe Gemeinde,
im Jahr 1989 -also nach nunmehr fast 22 Jahren! - bin auch ich in Nds. im Ersten Examen durchgefallen. Ich war davon so geschockt, dass ich zwar noch meine Auflagenscheine gemacht habe, aber garnicht mehr ein zweites mal angetreten bin. Das schlimme an der Sache ist, man kann keinem Außenstehenden erklären, warum man in diesem reinen Willkürsystem, das von vorneherein auf psychisches Fertigmachen (Ansprache an die damaligen Erstsemester:" Ihr sitzt hier, weil ihr die Auswahlkriterien für Rechspfleger nicht geschafft habt") angelegt ist, durchgefallen ist. Die landläufige Meinung: Wer durchfällt, hat eben nicht genug gelernt. Dass man eher bei einer Prostituierten die Unschuld findet, als in der Juraausbildung die Gerechtigkeit, kann man Leuten mit normalem Menschenverstand nicht vermitteln. Wenn der Prüfer eben sagt 2+2=5, dann ist es eben so und wenn du behauptest es sei 4, dann bist du eben durchgefallen.
Aber jetzt mal Hand auf`s Herz: Niemand hat euch zu diesem Studium gezwungen. Es war und ist euer eigener Entschluß der bösen Dame Jura bis zum bitteren Ende, bis sie euch reif für den Psychater gemacht hat, die Treue zu schwören - ohne daß sie euch das auch nur ein Stück gedankt hat.
Seid doch mal ehrlich: Dieser ganze BGH-gegen-Paland-Mist hat euch doch spätestens nach dem 3 Semester angekotzt. Aber ihr habt weitergemacht. Andere mit denen ihr das Studium begonnen habt, haben die Konsequenzen gezogen und ein anderes Studium aufgenommen. Waren die vielleicht schlauer? Ward ihr zu unkritisch bei der Studienwahl (studiernwermaJura)?
Ist es nicht vielleicht auch ein Wink des Schicksals, seine eigene Position und Lebensziele zu überdenken, wenn man eine endgültige Bauchlandung hingelegt hat? Wollt ihr wirklich in dieser Jura-Plörre euer restliches Berufsleben verbringen. Denkt ihr das Refrendariat wird interessanter, wenn ihr richtige Akten bearbeiten dürft. Es wird immer noch die zähe Jura-Pampe sein, in der ihr weiterhin lustlos rumrührt. Und das bis zum 65sten?
Mein Rat daher: Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende mit einer gewissen Restwahrscheinlichkeit, dass man in der Psychatrie landet.
Ich weiß, ich tue euch Frischdurchgefallen weh mit meinen Ausführungen und streue Salz in eure frischen Wunden.
Ihr seid jetzt vielleicht 30 Jahre alt, aber ihr seid immer noch nicht zu alt für einen beruflichen Neubeginn. Habt ihr vielleicht einen anderen Studenten um dessen interessantes Fach beneidet? Fangt noch mal an! und zwar bei Null! Dann seid ihr eben mit 36 fertig! Na und! Das interessiert dann keinen Hahn mehr.
Etwas besseres als die Jura findet ihr überall!
Steinigt mich nicht für meine deutlichen Worte!
Was ich nach dem Jura-Debakel gemacht habe? Meine damalige Freundlin war Medizin-Studentin. All die vielen Bücher mit den bunten Bildern, das kannte ich bis dahin garnicht. So habe ich denn durch ein paar glückliche Umstände relativ zeitnah einen Medizinstudienplatz erhalten und arbeite jetzt als Chirurg. |
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| Darkness |
Verfasst am: 15.04.2011, 09:03 |
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Unaone

Anmeldedatum: 15.01.2007
Beiträge: 6
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Hallo Klumpenklopper,
Du hast es gut auf den Punkt gebracht. Ich für meinen Teil freue mich über so erfrischend ehrliche Worte. Habe mich selbst kurz vor dem ersten Examen beruflich umorientiert und das war bisher die besten Entscheidung, die ich je getroffen habe.
Trotzdem wird und muss es immer Leute geben, denen Jura liegt und das ist auch gut so.
Respekt für Deinen langen und nicht einfachen Weg. Ein Happy End ist doch immer wieder etwas schönes.
LG
Darkness |
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| Examinator |
Verfasst am: 15.04.2011, 10:22 |
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Unaone

Anmeldedatum: 14.04.2011
Beiträge: 2
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In der Tat ein sehr guter Beitrag, welchem wenig hinzuzufügen ist.
Ich habe meine beiden Examina recht ordentlich abgelegt und bin mittlerweile Beamter im höheren Dienst. Wenngleich man sagen könnte, es hat ja letztlich noch funktioniert, so bleibt trotzdem die Erkenntnis, dass es weitaus angenehmere und erfüllendere Studiengänge gibt.
Jura ist ein ungewöhnlich stressiger und mithin psychisch belastender Studiengang. Nicht wenige meiner mir im Laufe des Studiums an´s Herz gewachsenen Freunde sind daran gescheitert. Und das nicht nur in fachlicher Hinsicht.
Nicht nur hier im Forum, sondern auch in anderen Foren, wird ja relativ ausdauernd und nachhaltig vor Jura gewarnt.
Man kann nur dazu aufrufen, diese Warnungen ernstzunehmen. Gerade für sensible Gemüter kann dieses Studium zur Falle werden, die das Selbstwertgefühl schädigt, mit tlw. erheblichen Folgen für den weiteren Werdegang.
Über die Arbeitsmarktsituation für Juristen muss man nicht viel Worte verlieren.
Ich schließe mich deshalb dem Threadersteller an und kann nur jedem, der mit seiner Studienwahl Jura hadert, an´s Herz legen:
Quält euch nicht unnötig. Es geht auch um wertvolle Lebenszeit. Wenn ihr meint, es geht nicht mehr, dann zieht die Reißleine! |
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| Wolf |
Verfasst am: 02.11.2011, 14:54 |
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Unaone

Anmeldedatum: 02.11.2011
Beiträge: 1
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Gefährliche msg das ist!
Mach dir keine Gedanken, warum das Gefühl nicht mit den Anforderungen oder besser die Erwartung nicht mit der Realität übereinstimmt.
Um auf den eigenen Trichter zu kommen, benötigt es mehr als bunte Bilder. Klar helfen Piktogrammme und Schemata über Strukturverständnisprobleme hinweg. Aber meine Erfahrung war stets mit dem eigenen Wunsch nach Vermittlung und Austausch verbunden. Das gesamte Leben besteht aus do ut des. Warum sollte das bei der alten Tante Jura anders sein. Der Jurist, der glaubt in seinem kleinen Kämmerlein gleichzeitig den Stein der Weisen und das Rad zu er/finden, bleibt geistig seinem Kämmerlein verhaftet, bis er auf seinesgleichen trifft.
Von Schicksal kann genausowenig die Rede sein. Entweder du entscheidest oder du überträgst deine Verantwortung dein Leben lang. Sind entweder die andern schuld oder die Nummer passt nicht zum Mantel, den du dir anziehst.
Ich mach mir genauso wenig etwas vor. Keiner erwartet dich und empfängst dich mit offenen Armen. Im Gegenteil, jeder sperrt die Türe zu, wenn er hört, wer du bist. Aber ist das nicht in jedem Job so, den ich gern ausüben möchte?
Mein Motto: Das Unternehmen passt zu mir!
Unternehmen ist dabei jede x-beliebige Tätigkeit, die Veränderungen in jeder Hinsicht mit sich bringt. Mein Lebenslauf spricht dabei Bände: Bootsbauer, Schreiner, Bw, Gastro, Einzelhandel, Schiffszimmermann, Examenskandidat...ich bin 38.
Das Schriftliche ist mir nicht leicht gefallen und mir wird schwer fallen, die Zeit einfach hinter mir zu lassen, falls ich nicht bestanden haben sollte. Die Kenntnisse, die mir zugefallen sind, werden jedenfalls nicht einfach gelöscht. Die kann mir keiner nehmen. Und mit jedem Schritt zu dieser Erkenntnis, wächst die Freude einen neuen Job mit neuen Herausforderungen und Veränderungen anzutreten. Immer mit wachsender Begeisterung, wenn die Dinge, die mich herausfordern zu denen passen, die bis jetzt mein Leben bereichert haben.
Viel Freude in euren Jobs und allen Kandidaten viel Erfolg!  |
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| Jojoo |
Verfasst am: 19.01.2012, 15:12 |
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Unaone

Anmeldedatum: 19.01.2012
Beiträge: 1
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Hallo Klumpenklopper!
Ich bin jetzt in etwa in der Situation, in der Du vor 22 Jahren warst und überlege ebenfalls Medizin zu studieren. Kannst du mir Deine Emailadresse schicken, ich würde mich sehr gern mit Dir austauschen!
Liebe Grüße, Jojoo |
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Aktuelles Datum und Uhrzeit: 18.05.2012, 16:31
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