Bissotwo

Anmeldedatum: 29.05.2008
Beiträge: 15
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es ist natürlich mehr als ärgerlich, dass ich in dieser heftigen finanziellen Lage zu meinem Schutz eine Rechtsschutzversicherung abschließen musste.
Diese kann ich nunmehr seit April in Anspruch nehmen.
Sie verfehlt ihren Zweck nicht – ich fühle mich stärker. Mein Vermieter, ein Bewährungshelfer, wurde nach der schriftlichen Androhung von Mietminderung unangenehm und versuchte mich einzuschüchtern.
Einen defekten Rolladen hat er reparieren lassen – bei seiner vorherigen Inspektion mit Frau schlug mir beim öffnen der Türe unterdrückte Wut und Ablehnung entgegen.
Alles lief korrekt ab, darüber war ich mehr als erleichtert – mir war es nicht gelungen, jemanden zu überzeugen, sich als Zeuge für den Fall verbaler Entgleisungen auf Vermieterseite zu finden.
Die Betriebskostenabrechnung trifft allerdings nicht ein. Ich kann von einer größeren Rückzahlung rechnen, da ich fast nicht geheizt hatte. Ich hoffe, bald die Kraft zu finden, auch dieses Problem lösen.
Seit der formgem. Androhung der Mietminderung ist es dann etwas leiser geworden.
Zuvor wurde ich im Grunde 12 h täglich ohne wesentl. Unterbrechung von oben wie unten mit Musik beschallt.
Nach ein paar Wochen drehten die oberen Mieter ihre Homekino freitags abends wieder voll auf. Ich schrie zunächst aus voller Seele und legte sämtlich vorhandene Aggressionen in diese 4-5 Schreie – was mir merklich gut tat. Diese Schreie wurden entweder nicht gehört oder ignoriert. Ich klingelte dort schließlich. Man öffnete mir sichtlich entspannt, mit einer Bierflasche in der Hand. Anders als bislang vergaß ich meine Höflichkeit und schrie ihn an...
Jetzt ist (relative) Ruhe eingekehrt. Ankommen und Wegfahren mit aufgedrehtem Autoradio zu jeder Tages – und Nachtzeit ist ein Restärgernis, mit dem ich mich zu arrangieren versuche...
Meine letzten Tage am EuGH wurden immer unschöner. Nachdem ich meinen lauten, Damenbesuch empfangenden Nachbarn vergeblich zunächst persönlich aufgefordert hatte, bei längeren und gesprächsintensiven Besuchen doch den Gemeinschaftsraum aufzusuchen und einige Wochen später wegen gleich bleibender Geräuschkulisse den Chef informiert hatte, fing dieser an, ungehemmt über mich herzuziehen. Es schien ihm auch mindestens egal zu sein, dass ich es höre.
Trotz großer Offenheit – ich bringe es nicht fertig , zu sagen, was ich dann hörte – es befand sich jedenfalls „tief unter der Gürtellinie“. Er nutzte für diese wirklich sehr boshafte Lästerei eine ältere, meist extrem stark parfümierte Sekretärin, die ihm wohl gerade neues Übersetzungsmaterial gab, die daraufhin spontan einen lauten Ausruf des Ekels tätigte.
Mit dieser Sekretärin hatte ich nie zuvor etwas zutun gehabt und auch unsere Wege hatten sich in all den Monaten nie gekreuzt, worüber ich wegen ihres extremen Parfüms, gegen dass ich allergisch reagiere, auch erleichtert war. Es hätte mich große Überwindung gekostet, sie darüber aufzuklären, dass es Menschen gibt, die Duftstoffallergien haben.
Eben diese Sekretärin befand sich, auf den Aufzug wartend, vor eben diesem. Sie sah mich abends in Winterkleidung u. mit Tasche auf den Aufzug zugehen.
Sie entschloss sich spontan, sich auf die Toiletten, die gegenüber dem Aufzug lagen, zurückzuziehen. Mir war recht klar, dass Grund dieses Toilettenbesuchs wohl nicht der übliche war. Hätte sie sich doch entschlossen, die Treppen zu benutzen...
Die nächsten Toiletten hätten einen großen Umweg für mich bedeutet, den ich zeitlich nicht eingeplant hätte. Ich hätte meinen Bus nicht mehr rechtzeitig erreicht und hätte sicherlich 20 Minuten auf den nächsten warten müssen – gegen 19:00...
Darauf hat niemand Lust. Ich ging also auch auf die Toilette... Im Flur der Toiletten sah ich ihre Handtasche unbeaufsichtigt liegen und fragte sie vieldeutig, ob „DAS“ eine gute Idee sei – nicht zuletzt auch deshalb, weil man mir Monate zuvor in einen Büro gefolgt war, weil man nicht ausschließen wollte, dass ich irgend etwas stehlen würde...
Sie antwortete mir, sie habe gedacht, „DAS“ sei das Beste. Es gab 2 Toiletten für Damen. Jede ging in eine. Ich aus den üblichen Gründen – ich hätte die bevorstehende 1 stündige Fahrt sonst schlichtweg nicht überstanden...
Ansonsten waren keinerlei Geräusche zu vernehmen, meine Kollegin verließ den Raum nach geschätzten 3 Sekunden. Ich nehme an, sie hat dann doch die Treppe genommen – um ganz sicher zu gehen...
Über 8 Monate bin ich nun schon nicht mehr am EuGH bzw. in dieser Abteilung – und trotzdem ist alles so, als wäre es gestern gewesen... Das ist mir leider schon einmal passiert und hat mich einige Jahre des Studium gekostet...
Ich muss mir allmählich eingestehen, dass mir durch diesen Aufenthalt eine weitere schwere, tiefe seelische Verletzung zugefügt wurde und ich nur hoffen kann, dass sie irgendwann „nur noch“ unschöne Narbe sein wird.
Es stimmt mich jedoch positiv, dass die Personalabteilung, die in einem anderen, weiter entfernten Gebäude gelegen ist, völlig normal mit mir umgegangen ist. Sie waren sogar ausgesprochen nett und gaben mir beruflich hilfsbereit Tipps. Ich will mir jetzt mal einbilden, dass man sich auch im Falle eines kollegialen Zusammenseins noch nach Wochen so nett zu mir verhalten hätte...
Dieser Abteilung habe ich u.a. und indirekt das vierte, korrigierte Dienstzeugnis zu verdanken.
Innerhalb anderer Übersetzerabteilungen wäre es wohl anders verlaufen. Zu Kontakten kommt es dort über die Sprachkurse, wo sich Übersetzer der verschiedenen Länder treffen.
Es ist schon merkwürdig: Mir mir hat niemand gelästert oder sich auch nur kritisch über etwas oder jemanden geäußert.
Es schien anfangs eine Art Paradies zu sein, in dem sich alle "lieben" - und das bei 40 Mitarbeitern. Gibt es das - so viele liebe, warmherzige Menschen?
Es ist eine Tatsache, dass diese winzige, laute Loch von Büro die absolute Strafversetzung darstellte - und niemand mit mir hätte tauschen wollen...
Ich erinnere mich, mich ein Mal im Flur mit e. Kollegin untrhalten zu haben - sofort stand jemand vom Schreibtisch auf und schloss wegen des Lärms seine Bürotüre... Diese Möglichkeit hatte ich in meinem späteren Loch nicht... |
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