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| Staatsexamen Jura Foren-Übersicht » Durchgefallen? Was nun? » 2. Staatsexamen durchgefallen, was nun? |
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| Nicole |
Verfasst am: 09.12.2010, 14:15 |
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Unaone

Anmeldedatum: 08.12.2010
Beiträge: 3
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Hallo Ihr,
ich bin neu hier und möchte hier gleich mal mein Problem schildern.
Ich habe gestern erfahren, dass ich den 1. Versuch des 2. Staatsexamens in Berlin nicht bestanden habe und stehe erst mal sozusagen unter Schock.
Sicher, ich habe noch einen Versuch, jedoch sehe ich da auch die große Gefahr des Durchfallens und trage mich schon jetzt mit dem Gedanken an einen Härtefallantrag. Für diesen möchte ich - wenn möglich - schon mal genug "sammeln", habe aber keine Ahnung, was ich da alles brauche und ob sich das überhaupt lohnt. Vielleicht könnt Ihr mir ja helfen.
Zu meiner Geschichte:
Ich bin alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern (jetzt 4 und 6). November 2009 habe ich durch Verhaltenauffälligkeiten der Großen festgestellt, dass diese im Kindergarten gemobbt wurde (geschlagen, bespuckt, beleidigt usw.). Die Erzieherin schaute nur zu und erklärte, sie soll nicht petzen, dass würde es schlimmer machen. Es gab psychische Auffälligkeiten wie u.a., dass sie eine Panik vor der Schule entwickelte, die Vorschulaufgaben verweigerte und sich selbst als Dumm bezeichnete, nicht mehr in die Kita wollte usw. Weiterhin entwickelte sie eine psychisch bedingte Blasenschwäche. Seit Januar 2010 war ich damit beschäftigt, mich um Hilfe bei Sozialpädagogen, Psychiatern usw. zu kümmern und auch, einen neuen Kindergarten für beide Kinder zu finden. Einen neuen Kitaplatz bekam ich nicht für beide Kinder und setzte einen Gruppenwechsel durch. Ich ging regelmäßig mit der Großen ins SPZ und tat auf Anraten der Ärzte alles, was ihr Selbstbewußtsein förderte: Tanzverein, Kontakte mit anderen Kindern unter meiner Aufsicht usw. Gleichzeitig musste ich durchsetzen, dass sie von der Schulpflicht aufgrund dieser Probleme zurückgestellt wird, was auch nicht so ohne weiteres möglich war. weil diese Schulangst ja noch weggehen könnte. Zusätzlich suche ich noch 1 mal die Woche einen Logopäden mit dem Kind auf. Jetzt macht sie eine Gruppentherapie, um das Selbstwertgefühl zu steigern.
Da ich niemanden habe, der mich mit den Kindern unterstützen kann, war die Vorbereitung auf die 12 Probeklausuren im Juni dementsprechend schon nicht so effektiv. Hinzu kam, dass ich bei größerer Schreibbelastung, oder dauerhaftem Sitzen aufgrund von Rückenproblemen taube Hände bekomme, d.h. die Finger werden taub und ich kann keinen Stift mehr halten. Meine Schrift leidet auch darunter. Mir wurde dort schon erklärt, dass ich aufgrund meines Schriftbildes bei der Bewertung schlechter abschneiden könnte, weil der Prüfer einfach genervter und unentspannter ist. Durch die Probeklausuren bekam ich dann starke Schulterschmerzen und musste bis kurz vor dem Examen starke "Entspannungstabletten nehmen, zusätzlich Physiotherapie 2-3 mal die Woche bis einen Tag vor dem Examen.
Ich bemühte mich auch kurz vor dem Examen um eine "Schreibzeitverlängerung" und wandte mich dafür zusätzlich an einen Orthopäden. Der war der Meinung, dass mir nichts ausstellen könnte, weil er noch keine eindeutige Diagnose hätte und ich erst zum MRT müsste. Tja, da waren erst Termine nach dem Examen zu bekommen. Ich hatte keine Zeit, mich woanders hinzuwenden und beschloss, das Examen unter Schmerzmittel und mit Beeinträchtigung zu schreiben. Ich wollte während der Prüfung abbrechen, ließ es aber, weil ich dachte, dass es ganz gut lief...Und nun habe ich den Salat - Durchschnitt 3,14.
Bis zum nächsten Versuch ist abzusehen, dass sich durch den Intensivkurs und die eigene Vorbereitung die Beschwerden mit den tauben Händen wieder verschlimmern. Auch die Belastung mit den Therapiebesuchen mit der Großen werden bleiben. Ich muss auch weiterhin an ihrem Selbstwertgefühl arbeiten, da sie 2011 eingeschult wird und habe durch den Besuch von Ballettverein u.a. Aktivitäten kaum Zeit für mich. Außerdem ist da noch die Kleine, die auch ihre Zeit braucht. Ich habe niemanden, der mir mal die Kinder abnehmen könnte und so sind auch die Wochenenden voll verplant. Zeit zum Lernen oder gar Klausurenschreiben - wie vorher - fast Null. Dies sind nicht gerade gute Voraussetzungen.
Nun zu meinen Fragen:
1. Ist diese Beeinträchtigung beim 1. Versuch ein Grund für einen 3. Versuch und ist diese Beeinträchtigung ausreichend?
2. Wenn ja, um welche Nachweise muss ich mich kümmern?
2. Oder muss das "Hindernis" auch/erst beim 2. Versuch vorliegen?
3. Wenn ja, wären die geschilderten Gründe ausreichend?
Die Klausuren werde ich mir natürlich ansehen, aber ein Vorgehen gegen die Bewertung halte ich für aussichtslos, da ich immerhin insgesamt 2,5 Punkte mehr bräuchte.
Vielleicht kann man mir ja hier einen Tipp geben.
LG Nicole |
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| woodstock |
Verfasst am: 10.12.2010, 10:16 |
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Pantafive

Anmeldedatum: 19.07.2007
Beiträge: 108
Wohnort: Erlangen
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Hallo,
Du hast sicher das Verständnis der Community.
Mein Ansatz wäre, daß Du die Problembereiche Kinderbetreuung und Berufsabschluß/-einstieg trennst und getrennte Lösungen suchst. |
_________________ Dies ist ein ernstgemeinter Ratschlag von einem erfahrenen Praktiker. |
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| Nicole |
Verfasst am: 10.12.2010, 10:26 |
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Unaone

Anmeldedatum: 08.12.2010
Beiträge: 3
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Hallo woodstock,
leider verstehe ich nicht, wie Du das meinst...
Für einen 3. Versuch wäre doch gerade die Problematik mit den Kindern relevant oder nicht?
Für mich als Vorbereitung auf den 2. Versuch läßt sich das auch nicht trennen. Die Betreuung, die ich ja zwangsläufig allein übernehmen muss, hat dann ja automatisch Einfluss auf das Examen bzw. die Vorbereitung.
Sicher ist das mein Problem, aber darum geht es mir nicht. Ich möchte hier nicht jammern, um mein persönliches Versagen irgendwie zu entschuldigen. Ich möchte nur "vorsorgen" und meine Chancen auf einen 3. Versuch abschätzen können. Wenn die von mir genannten Umstände nicht ausreichend sind, weil diese keine außergewöhnliche Belastung darstellen, dann muss ich mich damit abfinden.
LG Nicole |
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| woodstock |
Verfasst am: 10.12.2010, 10:30 |
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Pantafive

Anmeldedatum: 19.07.2007
Beiträge: 108
Wohnort: Erlangen
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Hallo Nicole,
ich denke, kaum jemand hat es als Gejammer aufgefaßt. Ich nehme diese Situation ernst. Ich rate aber, die Probleme zu trennen und getrennte Lösungen zu suchen. Vielleicht blockiert gerade die Verknüpfung der Themen Deinen Blick auf naheliegende Lösungen (die wir hier auf die Entfernung natürlich nicht sehen).
So würde ich vorgehen.
LG
W |
_________________ Dies ist ein ernstgemeinter Ratschlag von einem erfahrenen Praktiker. |
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| Nicole |
Verfasst am: 10.12.2010, 11:36 |
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Unaone

Anmeldedatum: 08.12.2010
Beiträge: 3
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Hallo woodstock,
jetzt verstehe ich, wie Du das meinst. Danke für den Tipp, aber Du kannst mir glauben, dass ich da nicht gerade blockiert bin, obwohl jetzt nach dem Ergebnis natürlich alles besondern schlimm für mich ist.
Die Kinder habe ich ja schon eine Weile und die Betreuung so auch. Ich habe schon vor Jahren alle Möglichkeiten ausgelotet, die ich habe und dieses jedes Mal bei einer neuen Situation wiederholt. Ich bin ein sehr organisierter Mensch, ansonsten hätte ich nicht das 1. Examen allein mit den Kindern geschafft, die damals auch bedeutend keiner waren. Aber wenn man über Jahre an seine Grenzen geht, alles unter einen Hut zu bringen und dann noch mehr hinzukommt, ist man irgendwann am Ende seiner Kraft. Ich gebe natürlich nicht auf, aber bin irgendwie ratlos, wie ich das Examen unter den Voraussetzungen schaffen soll. Ich bin mir im Klaren und sehe es realistisch, dass ich aufgrund der zusätzlichen Belastungen zwangsläufig unter meinen Möglichkeiten bleiben und keinen so guten Abschluss schaffen kann. Aber schaffen will ich es, weil ich es kann. Nur ist es für mich nicht so leicht, die Anderen durch die Klausuren davon zu überzeugen. Da ist man eben nur eine Nummer und da muss ich durch...In der mündlichen Prüfung hätte ich keine Probleme, da hatte ich im 1. Examen zwischen 8 und 13 Punkten, was mir keiner glauben würde, der meine schriftlichen Ergebnisse sieht.
Es gibt für mich im Bereich Betreuung definitiv keine andere Lösung. Daraus folgt für mich, dass ich mir fürs Examen etwas einfallen lassen muss. Ich plane sozusagen jetzt schon vorsichtshalber meinen 3. Versuch. Da kann ich noch planen, denn sollte ich - was ich nicht hoffe - im 2. Versuch nicht bestehen, werde ich nicht so schnell in der Lage sein zu handeln und möchte deshalb jetzt schon Schreiben ect. sammeln, an die ich dann später nicht mehr so leicht rankomme und die ich dann brauchen werde. Vorsorgen ist besser und es gibt mir die nötige Ruhe für den 2. Versuch, auf den ich mich natürlich so intensiv wie möglich vorbereite.
Danke aber noch mal für Deinen Hinweis.
LG Nicole |
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Aktuelles Datum und Uhrzeit: 18.05.2012, 14:04
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